Art Pub Wallywoods
Berliner Zeitung (circa 6 September 2007)
"Im Art Pub bekommt man nicht nur Bier sondern auch Kunst aller Art geboten.
Kellnerin Andrea hat eben noch Bier gezapft, dann eilt sie in ihrem schwarzen Kleid ans andere Ende der Kneipe auf die Bühne, setzt sich ans Klavier und singt selbstgeschriebene Chansons. Danach schenkt sie wieder aus. Im Art Pub in der Christinenstraße 31 in Mitte (täglich ab 18 Uhr) ist das Programm: Jeder der hier arbeitet, ist irgendwie Künstler. Oder zumindest Lebenskünstler, ganz so wie die meisten der Besucher.
Jeder ist ein Künstler
Thomas Heger, arbeitsloser Wirtschaftsingenieur und Hobbymaler, hat vor einem Jahr mit einer kleinen Erbschaft aus einer Eckkneipe das Art Pub gemacht, zusammen mit dem britischen, in Berlin lebenden Künstler und Galeristen Paul Woods. Der vertritt die Auffassung, jeder sei ein Künstler, und selbst wenn er keiner sei, dann verbessere die Kunst doch zumindest die Existenz. Und so findet im Art Pub alle zwei Wochen sonnabends eine Vernissage statt mit neuen Gemälden, Fotografien oder Postern. Montags steht die Bühne Dichtern für Lesungen "jeden Stils und jeder Sprache" offen, mittwochs lädt eine Russin Freundinnen zur Lady Singers Night.
Die Nachbarn dürfen mitreden
Die Darbietungen sind durchaus abwechslungsreich: Zwei Schwedinnen spielen mit Geige und Gitarre Folk, eine Sängerin, die Fia heißt und sich Fiasko nennt, singt melancholische Melodien, und Maria bietet sibirischen Blues dar. Donnerstags ist Open Stage. Da kann sich so ziemlich jeder auf der Bühne produzieren, der will, solange er dazu kein Schlagzeug, keine Bassgitarre und keinen Dudelsack braucht. Die nämlich machen zu viel Lärm. Sagen die Nachbarn.
Heger sagt, man finde im Art Pub eine "sehr interessante Mischung", auch wenn er zugibt, dass die allererste Garde an Künstlern bei ihm nicht auftritt - trotz der guten Tonanlage, auf die er besonders stolz ist. Doch wenn mal eher Dilettanten am Werk sind als Könner, dann kann man sich immer noch mit den künstlerisch gestalteten Tischen und den interessanten Bildern an den Wänden trösten. Und das Bier, das ist echt billig - 0,3 Liter gibt es schon für 1,50 Euro."